Blutmond 2018

Den Blutmond am Dobratsch erlebt

Aufstieg

Zur Mondfinsternis am 27. Juli 2018 begab ich mich auf das Dobratsch Gipfelhaus in Kärnten um den Blutmond hautnah zu erleben. Mit dabei waren auch mehrere Fotografen, die mich privat als Foto-Coach gebucht hatten. Was uns vor dem Aufstieg interessierte war natürlich das Wetter. Und da sah ganz gut aus. Es sollte am Abend schön werden war die Prognose.

Nach einem gemütlichen Aufstieg und dem einen oder anderen Kontakt mit einem Pferd bzw. einer Kuh kamen wir wohlbehalten auf der Hütte an. Johannes, der Hüttenwirt empfang uns freundlich und wir genossen auf der Terrasse die Sonnenstrahlen sowie das eine oder andere Bierchen. Es war gut, dass wir schon so früh heroben waren, so konnten wir uns Zeit lassen und uns auf den Abend vorbereiten. Nach wie vor, war es labil und die Gewitteranfälligkeit war relativ hoch. Wir sahen über den Nockbergen dunkle Wolken und hofften, dass diese dort blieben und uns der Himmel für das Schauspiel am Abend geöffnet bleibt.

Aber es zog immer mehr zu und so fürchteten wir, dass es nichts damit wird. Zum Sonnenuntergang standen rund um uns mächtige Wolken und zudem war der Gipfel auch übersäht mit Menschen, die alle den Blutmond sehen wollten. Auf dem Dobratsch ist es halt schon ein indealer Ort, denn obwohl es viel Lichtverschmutzung gibt, steht der Gipfel ziemlich alleine da und kein anderer Berg beeinträchtigt den Blick ins Universum.

Der Blutmond kommt

Nun gut, es wurde dunkler und wir wussten, dass der Mond nun schon in den Erdschatten treten würde. Nur sehen konnten wir ihn noch nicht, denn vor allem im Osten, dort wo der Mond aufging, hing eine hartnäckige Wolke am Himmel. Aber Geduld war die Kunst der Stunde und ich wusste, wenn es denn schon über uns klar wurde, müsste es sich auch im Osten aufklaren. Und dem war tatsächlich so. Zwar erst, als der Mond schon komplett vom Erdschatten bedeckt war und als Blutmond sichtbar war, aber das machte überhaupt nichts, denn wir hatten einen idealen Standpunkt zum fotografieren gefunden. Der Mond und der stark leuchtende Mars standen direkt über der Deutschen Kapelle am Gipfel und ergaben so zusammen ein ideales Motiv.

Als es dann komplett dunkel wurde, kam auch noch die Milchstraße raus. Die stand senkrecht über den Julischen Alpen und erweiterte das Motiv ideal. Nachdem es also am Abend noch rund um uns Gewitter gegeben hatte, standen wir nun unter einem sternenklaren Himmel und bewunderten die rote Scheibe des Blutmond. Ein unbeschreiblich faszinierender Anblick. Als der Mond dann wieder aus dem Kernschatten trat, begannen die Sterne rundherum rasch zu verblassen und wir bewegten uns dann auch schön langsam in Richtung Hütte. Ein paar Stunden Schlaf wäre ganz gut, dachten wir, denn es ging sehr früh wieder raus um den Sonnenaufgang zu bewundern.

Sonnenaufgang

Als ich um 3:30 Uhr in der Früh aufstand, traute ich meinen Augen nicht. Es waren ganze Menschenmassen am Gipfel. Wie ich später erfuhr, war an diesem Morgen eine allgemeine Sonnenaufgangswanderung ausgeschrieben gewesen, und so sind hunderte Menschen bereits um 2 Uhr in der Früh auf den Dobratsch gewandert.

Aber das machte uns nichts aus, wir fotografierten natürlich auch den Sonnenaufgang und der war besonders schön. Was ich recht interessant fand, war, dass alle Menschen in Richtung aufgehender Sonne blickten, aber kaum jemand in die andere Richtung, denn dort stand der untergehende Mond, zwar nicht mehr als Blutmond, aber dafür als leuchtender Vollmond im Venusgürtel, also dem Erdschatten, der als dunkles blaues Band in der Atmosphäre sichtbar ist. Ein faszinierendes Schauspiel! Nach Sonnenaufgang, gab es eine zweites interessantes Handeln der Menschen, denn als die Sonne hinter den Wolken hervorblinzelte, waren kurz darauf fast alle verschwunden, obwohl man eigentlich noch bleiben sollte um zu sehen was sich sonst noch alles in der Natur tut.

Es war die Goldene Stunde, die sich uns mit einem kräftigen Bergglühen, vom Großglockner bis hin zu den Felswänden der Julischen Alpen zeigte. Eine absolut sehenswerte Szenerie und vor allem ein unglaubliches Paradies für Fotografen! So kamen wir noch zu grandiosen Bergfotos und rundeten damit diese recht anstrengende Nacht ab. Ein kräftiges Frühstück baute uns wieder auf und nach ein bisschen Rast, stiegen wir wieder zufrieden zur Rosstratte, dort wo unser Auto stand, ab.

Seht hier die Galerien zu dieser so beeindruckenden Nacht und genießt die Vielfalt der Natur, die sich uns durch Licht, Farbe und Form zeigte.

Panoramaaufnahmen Dobratsch Galerie Blutmondnacht

 

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