Informationen zum Wander- und Kameraequipment

Hier eine kurze Zusammenfassung über das Kameraequipment, das beim Fotografieren am Berg/in der Natur eingesetzt werden kann:

Kameras:

Grundsätzlich können alle Kameratypen verwendet werden. Qualitative Vorteile bieten allerdings Kameras ab einer Sensorgröße von 1 Zoll und Objektive ab einer Anfangsöffnung von f 2.8.

  • Kompaktkameras und Handykameras:
    Geeignet z.B. für die Verwendung von spirituellen Themen wie der Feng-Shui-Fotografie oder dem Thema der Hingabe. Nicht zu vergessen ist, dass Kompaktkameras eine sehr gute Nahgrenze haben (zum Teil bis zu 1 cm Abstand). Zudem besitzen sie wenig Gewicht, was bei längeren Bergtouren ein wesentlicher Vorteil sein kann. Nachteile gibt es bei der Bildqualität, und hier vor allem im Dynamikumfang, im Rauschverhalten und in der Tatsache, das man mit diesen kleinen Sensoren sehr schlechte Ergebnisse bei wenig Licht erzielt. Zudem ist die manuelle Bedienung sowie eine Langzeitbelichtung stark eingeschränkt.
  • Bridgekameras
    … sind bereits mit umfangreicherer Technik und großeren Sensoren ausgestattet. Zwar können auch hier die Sensoren manchmal relativ klein sein, jedoch bieten diese Kameras bereits gute Bildqualität, meist einen umfangreichen Zoombereich und sogar manuelle Bedienungsmöglichkeiten. Von Vorteil ist auch hier das geringe Gewicht. Die Nahgrenzen sind meist sehr gut und viele dieser Kameras bieten die Möglichkeit Fotografien im Rohdatenformat abzuspeichern, was bei einer nachträglichen Bearbeitung von Vorteil sein kann. Nachteile gibt es aber auch hier beim Rauschen in höheren ISO Bereichen sowie beim Dynamikumfang. Zudem ist die Akkuleistung meist relativ gering.
  • Systemkameras
    … auch spiegellose Kameras mit Wechselobjektiven genannt. Hier steigt man in den Bereich höherer bis hoher Qualität ein. Meist besitzen diese einen größeren Sensor bis hin zum APS-C Format. Einige haben sogar einen Sensor im Vollformat. Ein großer Vorteil im Vergleich zu den Spiegelreflexkameras ist ihr Gewicht und ihre kompaktere Bauform. Das kann bei einer langen Tour schon mal ein Vorteil sein. Nicht nur der Kamerabody, sondern auch die Objetive sind entsprechend kleiner und leichter. Und das bei einer Bildqualität, die den großen Kameras schon sehr nahe kommt. Nachteilig wirkt sich auch meist die geringe Akkuleistung aus, ein Schwachpunkt, der schon seit Langem nach einer Korrektur verlangt.
  • Spiegelreflexkameras (DSLR)
    … sind die Platzhirschen unter den Digitalkameras. Sie besitzen meist eine Top-Bildqualität sowie ein umfangreiches Zubehör und eine große Objektivauswahl. DSLR Kameras gibt es mit Sensorgrößen von APS-C bis zum Vollformat. Preislich scheint es nach oben hin keine Eingrenzung zu geben. Ein Nachteil solcher Kameras ist vor allem ihre Größe und das Gewicht. Manchmal ist es aber so, dass man beim Wandern über den schweren Rucksack flucht, sich dann aber über die besonderen Fotos freut und dann auch weiß warum man sich die Schlepperei antut. DSLR Kameras sind auch die einzigen Kameras, bei denen ein absolut lautloses Auslösen nicht möglich ist. Dafür sind die Akkuleistungen sehr ordentlich. Eine manuelle Bedienung ist uneingeschränkt möglich und zudem besitzen diese Kameras ein sehr gutes Rauschverhalten, was sie dazu prädestiniert, auch in der Nacht bei hohen ISO Werten zu fotografieren.
Objektive:
  • Standard Zoomobjektive
    … können bei einer langen und anstrengenden Wanderung ein Vorteil sein, weil sie einen großen Brennweitenbereich abdecken. Dieser beginnt meist im Weitwinkel bei 24 bis 28 mm und endet nicht selten im Telebereich bei 200 bis 300 mm. Bei APS-C Sensoren beginnen die Brennweiten bereits bei 10 mm. Einige Hersteller haben Telebrennweiten von mehr als 500 mm im Programm. Klare Vorteile sind hier, dass man kein weiteres Objektiv in die Berge mitnehmen muss und daher kein bzw. kaum ein Objektivwechsel nötig ist (Schutz des Sensors beim Wechseln). Nachteile kann man bei der Bildqualität finden. Auch bei Nachtaufnahmen (z.B. der Sterne) sind solche Objektive meist etwas im Nachteil, da ihre Anfangsöffnung oftmals erst bei f 4.0 beginnt.
  • Zoomobjektive im Profi Segment
    … bieten hohe Qualität, hohe Lichtstärke aber auch ein hohes Gewicht. Ihr Einsatzbereich ist eigentlich überall. Sie können bei jedem Thema eingesetzt. Die Brennweitenbereiche sind ganz unterschiedlich.

    • Superweitwinkelobjektive ab 11 mm bzw. 14 mm
    • Standard Brennweiten von 24 mm bis 70 mm
    • Telebrennweiten von 70 bis 200 mm
  • Fixbrennweiten
    … haben ebenfalls einen professionellen Anspruch. Die Verwendung entspricht jener der PRO Zoomobjektive. Ein Vorteil kann einerseits das etwas geringere Gewicht sein. Der Brennweitenbereich beginnt bei Superweitwinkelobjektiven und reicht bis zu den Superteleobjetiven, also Brennweiten von 800 mm und mehr. Auch ein Fisheyeobjektiv ist eine Fixbrennweite die zum Beispiel in der Panoramafotografie zum Einsatz kommt.
  • Macroobjektive
    … sind meist auch Fixbrennweiten, jedoch mit einem Abbildungsmaßstab von bis zu 1:1, das Objekt wird in Originalgröße in der Bildebene abgebildet. Makroobjektive besitzen allerdings auch sehr gute Eigenschaften in anderen Bereichen der Fotografie, wie zum Beispiel der Porträtfotografie oder aber der ganz normalen Landschaftsfotografie, da sie meist hochöffnend sind und mit Brennweiten bis etwa 150 mm ausgestattet sind.
Zubehör:
  • Stativ:
    Für Landschaftsaufnahmen empfiehlt sich auch ein Stativ, vor allem dann wenn man bei wenig Licht oder mit aufgesetzten Filtern fotografiert. Bei Stativen ist natürlich auch das Gewicht zu beachten, daher empfehle ich fürs Wandern in den Bergen Carbon-Stative. Sie sind zwar teurer als normale Alu Stative, aber beim Tragen ist man dafür sehr dankbar. Stative erlauben es lange Belichtungszeiten zu ermöglichen und bieten dem Fotografen an der Fotolocation auch eine gewisse Freiheit, da er die Kamera nicht um den Körper trägt.
  • Stativköpfe-Kugelkopf:
    Wichtig für Stative ist natürlich auch die Halterung der Kamera, also in den meisten Fällen ein Kugelkopf. Es ist hier von Vorteil wenn man einen Kopf besitzt, der einerseits eine gewisse Tragfähigkeit besitzt, andereseits aber auch veränderungsfreie Feststellmöglichkeiten besitzt, denn es ist für jeden Fotografen ärgerlich, wenn sich die Kamera, nachdem man die Einstellungen fixiert hat, nochmals kurz bewegt bzw. der Kopf nachgibt.
  • Panoramakopf:
    Für die Panoramafotografie eignet sich auch ein Panoramakopf, auch Nodalpunktadapter genannt. Da dieser ebenfalls relativ schwer sein kann ist eine Mitnahme auf dem Berg nur bei kürzeren Wanderungen zu empfehlen.
  • Fernauslöser:
    Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Belichtung ist ein Fernauslöser. Es gibt hier unterschiedliche Lösungen, mit Kabel oder per W-Lan. Für eine möglichst verwacklungsfreie Auslösung sowie bei einer Verwendung am Stativ ist dies eine sehr gute Lösung. Fernauslöser bieten auch eine angenehme Möglichkeit, Belichtungen jenseits der 30 sek., also in der Einstellung BULB, vorzunehmen, da sie den Auslöser verriegeln können. Alternativ steht natürlich auch der Selbstauslöser zur Verfügung.
  • Filter:
    Eine weitere Möglichkeit den Gestaltungsspielraum beim Fotografieren zu erweitern bietet sich durch den Einsatz von Filter. Sie werden entweder auf speziellen Halterungen vor das Objektiv gesetzt, auf das Objektiv aufgeschraubt oder aber das Objektiv selbst besitzt einen Filterschacht. Folgende Filterarten werden für die Fotografie in den Bergen empfohlen:

    • Graufilter (ND-Filter). Diese Filter werden eingesetzt um die Belichtungszeit bei Aufnahmen am Tage zu verlängern. Sie sehen zum Teil wie schwarze Scheiben aus, durch denen nur sehr wenig bis kein sichtbares Licht dringt, was aber ausreichend ist, um eben auch am Tag zum Teil mehrere Minuten lange zu Belichten. Man spricht von z.B. von ND 1000 oder aber Stopper die eine Dichte (ND) von 0,3 bis 6 besitzen und so für eine Lichtreduktion von -1 bis -20 Blendenstufen sorgen.
    • Grauverlaufsfilter sind Filter, wo nur ein Teilbereich des Filters abgedunkelt ist. Man spricht bei den Verläufen von durchsichtig zu grau auch von soft bzw. hard, was sich auf die größe des Verlaufes bezieht. Einsatz finden solch Filter z.B. bei hohen Kontrastunterschieden zwischen Himmel und Erde, wobei der Himmel abgedunkelt wird und so eine ausgewogenere Belichtung des Fotos erzielt werden kann.
    • Polfilter, oder auch Polarisationsfilter genannt, sind Filter, die polarisiertes Licht, also Licht mit einer bestimmten Ausrichtung, filtern können. Meist verwendet man einen Zirkularen Polfilter, also einem Filter mit einem rotierenden Glas. Polarisiertes Licht tritt zum Beispiel bei blauem Himmel auf, den man durch den Polfilter abdunkeln kann. Dunst in der Atmosphäre kann auch damit abgeschwächt werden. Spiegelungen kann man dadurch wegfiltern oder einfach nur für satteres Grün bei den Pflanzen sorgen. In der Digitalfotografie erübrigt sich in den meisten Fällen ein solcher Filter, wenn mann im Nachhinein die Bilder sowieso über ein Bildbearbeitungsprogramm entwickelt und bearbeitet.

Wanderequipment:

Fotografen die viel in der Natur sein wollen, brauchen auch am Köper ein entsprechendes Equipment/Bekleidung um bestmöglich geschützt zu sein.

  • Eine Grundaustattung von Bergschuhen, warmen Bergsachen, Windjacke, Regenschutz, Mütze, Handschuhe, Wechselbekleidung sollte immer vorhanden sein.
  • Wichtig sind auch, bei Nichterreichen einer Berghütte, ausreichend Getränke und Verpflegung. Müsliriegel, Traubenzucker und Isotonische Getränke sind wertvolle Energiespender
  • Sonnenschutz (Faktor 50) und Sonnenbrille nicht vergessen. Es kann auch hilfreich sein, für besonders heiße Tage eine Kopfbedeckung (helle Farben) bei sich zu haben um sich einerseits vor der UV-Strahlung, andererseits aber auch vor einem Sonnenstich zu schützen
  • Bei besonders windigen Verhältnissen ist eine Sturmhaube sowie eine Skibrille von Vorteil.
  • Ein Erste Hilfe Päckchen sowie ein Biwaksack ist ebenfalls wichtig, vor allem bei langen Wanderungen oder beim Aufenthalt im Hochgebirge.
  • In den kalten Jahreszeiten kann es sein, dass es auf einfachen Wanderungen schon sehr eisig werden kann. Besonders dann, wenn es am Tag taut und in der Nacht friert. Hier bieten vor allem Spikes an den Schuhen (also quasi Schneeketten für die Bergschuhe) einen guten und sicheren halt. Zusätzlich sollte man über eine Verwendung von Wanderstöcken bzw. Tourenstöcken nachdenken.
  • Handy + Ladegerät (bei Hüttenaufenthalten) nicht vergessen!
  • Für ein Fotoshooting in den Bergen kann man entweder auf spezielle Foto-Wander-Rücksäcke zurückgreifen. Sollte dies nicht möglich sein, dann muss der normale Rucksack herhalten. Aber wie verstaut man hier seine Kamera? Um diese zu schützen verwende ich gerne normale Packsäcke für Bergsteiger. Der Vorteil ist, dass sie Wassergeschützt sind. Ein Schutz vor Stößen und Schlägen sollte der Rucksack bieten.
Weitere Tipps:
  • Sonnenblenden auf den Objektiven können Hilfreich gegen Reflexe eingesetzt werden. Dies betrifft auch zum Beispiel Vollmondlich in der Nacht.
  • Bei der Verwendung von Filtern kann es nötig sein ein lichtundurchlässiges  Tuch über die Filter zu lege um Reflexe zu vermeiden. Viele neue Filterhalterungen sind aber so konstruiert, dass es kaum Reflexe gibt.
  • Bei Langzeitbelichtungen (vor allem am Tag) ist die Verdeckung des optischen Suchers ein Vorteil um Lichteinfall zu vermeiden.