Ostseeinsel Rügen

Das erste Mal auf der Ostseeinsel Rügen

Seitdem ich 2017 nach NRW gezogen bin, habe ich mir Vorgenommen, nicht nur die Bergwelt der Alpen zu besuchen, sondern auch mehr von Deutschland kennen zu lernen. Und ich muss sagen, dass was ich bis jetzt gesehen habe, ist äußerst vielfältig und wunderschön. Dazu gehören natürlich auch die Küstenlandschaften an der Nord- und Ostsee. Deshalb wählten wir für einen Besuch diesmal die Insel Rügen, auch deshalb, weil ich für das Jahr 2019 ein einwöchiges Fotoseminar auf dieser Insel plane.

Die Anreise

Ich habe schon viel gehört von Rügen, konnte diese Insel aber noch nicht richtig Einordnen. Zwar kannte ich schon einige Inseln an der Nordsee sowie Fehmarn in der Ostsee, aber Rügen soll ja etwas ganz anderes sein. Schon alleine die Anreise aus NRW ist relativ weit, jetzt auch im Vergleich mit meiner Heimat Österreich gesehen. An die 700 km sind es bis man die Unterkunft in Rügen erreicht. Diese Entfernung entspricht etwas weniger als der Strecke Wien – Bregenz, also fast der gesamten Ost-West-Ausdehnung von Österreich.

Nun gut, nach etwa 7 Stunden fahrt kamen wir bei unserer Unterkunft in Lohme an. Das kleine Fischerdörfchen liegt direkt ober den berühmten Kreidefelsen und grenzt auch an den Nationalpark Jasmund an, der UNESCO Weltnaturerbe ist. Die Lage sollte sich als ideal für fotografische Zwecke herausstellen, denn alle wichtigen Foto-Locations sind relativ rasch zu erreichen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass die Ausdehnung der Insel Rügen mit etwa 60 km sehr groß ist und dass da schon lange Fahrtstrecken herauskommen können.

Die Natur entdecken

In den paar Tagen auf Rügen lernte ich die besondere Natur an besonderen Orten kennen und durfte bei traumhaften Wetter und herbstlichen Farben ausgiebig Fotografieren und so Ideen für das geplante Fotoseminar sammeln. Begonnen haben wir natürlich mit dem Nationalpark Jasmund. Fast 10 km sind wir durch den traumhaften Hochwald und entlang der Kreidefelsen gewandert. Dabei sind uns tolle Aufnahmen gelungen! Zu sehen sind diese, sowie andere Regionen, in den 3 Galerien – Rügen I | Rügen II | Panoramafotos – von Rügen.

Nach dem langen Marsch machten wir am Folgetag ein etwas leichteres Programm und besuchten die Feuersteinfelder und das berühmte Ostseebad Binz. Dann ging es wieder raus in die Natur, und zwar zu einem endlosen und fast Menschenleeren Strand am Ostende von Rügen, südlich von Dranske. Dort erlebten wir einen warmen Sonnenuntergang. Dieser Ort ist zudem auch sehr ideal für die Sternenfotografie, da es, bis auf den von Hiddensee herüberleuchtenden Leuchturm, kein störendes Licht gibt. Einzig die vielen Mücken plagten uns beim Fotografieren, denn wir hatten neben dem klaren Wetter auch keinen Wind der sie verblies.

Kulinarik

Und für zwischendurch auch was kulinarisches. Seitdem ich an der Nordsee war, fahr ich total auf „Gosch“ ab, dem berühmten Fischlokal – jetzt ist es ja eine deutschlandweite Restaurantkette – das einst in Sylt gegründet wurde und dessen Frau sogar eine Österreicherin war  😀 . In Binz gibt es den Gosch und dort waren wir daher relativ oft zu besuch. 🙂

In den Norden

Nachdem wir also einen tollen Sonnenuntergang erlebten kam ein weiteres Highlight der Insel vor die Linse. Der nördlichste Punkt der Insel, Kap Arkona bei Putgarten. Zwar sind dort sehr viele Touristen unterwegs, aber wen man ein bisschen weiter geht als die anderen, steht man ziemlich alleine in der Natur. Wir gingen also vom Parkplatz durch die Ansammlung von traditionellen Gebäuden und Souvenierläden, zweigten dann aber relativ rasch vom üblichen Weg ab, raus auf die Felder. Bei den Leuchttürmen gingen wir ober der Steilküste weiter bis zur Stiege, die runter zum Siebenschneiderstein führt und dort suchten wir uns einen schönen Platz am Wasser um ausgiebig Langzeitbelichtungen und Panoramas Fotografieren zu können. Ein herrlicher Ort, der ebenfalls tolle Möglichkeiten für die Dämmerungszeiten und die Sterne bietet.

Den Rückweg gingen wir direkt am Wasser und zwar entlang des sogenannten Feuersteinstrandes, wo Millionen dieser Steine herumliegen. Ein wahres Eldorado für Steinsammler. Ich erinnerte mich dabei an meine Kindheit, wo ich immer Steine auf den Schutthalden des Bergwerksbaus von Hüttenberg klopfte und so mancherlei fand.

Unter den Klippen entlang

Direkt über dem Strand befinden sich die Klippen des Kap Arkona, welche senkrecht nach oben reichen, ebenfalls relativ weiß sind und daher auch aus Kreide zu bestehen scheinen. Zwar gab es früher eine Holztreppe, die direkt rauf zu den Leuchttürmen führte, jedoch kann man diese nicht mehr begehen und so stiegen wir einfach die Steilküste entlang weiter bis hin zur Veilchentreppe. Ein sehr spannender Weg, denn einerseits mussten wir sogar ein bisschen Klettern, andererseits waren dort wenige Menschen, aber auch viele Schwäne, die ja nicht gerade ungefährlich sind, denn einige von denen wollten uns tatsächlich auch attackieren.

Nun ja, vor der Veilchentreppe war dann wohl der schönste Ort zum Fotografieren, die senkrechte und schneeweiße Klippenwand, die direkt von der Sonne angestrahlt wurde. Auf einem großen Findling im Meer machte ich ein 360 Grad Panorama. Nach dem Aufstieg über die steile Treppe gingen wir wieder zurück nach Putgarten und besuchten das Helene-Weigel-Haus, der Ehefrau des berühmten Schriftstellers Berthold Brecht. So konnten wir noch einen grandiosen Kaffee mit einem noch besseren Apfelkuchen im Garten dieses schönen Hauses genießen und ein bisschen den Flair von Kunst und Kultur aus alter Zeiten spüren.

Abschied

Den Abschluss bildetete nochmals ein Besuch von Binz, natürlich um nochmals bei Gosch zu essen, und ein weiteres wunderschönes Ostseebad namens Sellin. Dort befindet sich ein gewaltiger Pfahlbau, die 394 m lange Seebrücke, direkt vor dem langen Sandstrand. Nach ein paar spannenden Tagen ging es also wieder zurück nach Hause. Mit im Gepäck etwa 1000 Fotos und tiefe Eindrucke der Insel Rügen, die einem fast glauben macht, in Südfrankreich zu sein.

Fotogralerien:

Galerie Rügen I Galerie Rügen II Galerie Panos aus Rügen

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