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Himalayan Future - Solar Town Ladakh
http://baugeschichte.tuwien.ac.at/ladakh Ausstellungen
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Ao. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Erich Lehner Architektur erwächst aus einem komplexen Umfeld von Kunst, Technologie und gesellschaftlichen Verhaltensweisen. Das Schaffen von Architektur erfordert daher vielschichtige Fähigkeiten und Kenntnisse. In unserer Zeit, in der das Wissen der Menschheit vom Individuum nicht mehr in seiner Gesamtheit erfasst werden kann, ist das vitruvianische Ideal des Architekten als Universalgenie jedoch nicht mehr denkbar. Für die Bewältigung seiner Arbeit braucht der Architekt Experten humanwissenschaftlicher und technischer Disziplinen. Hat sich die Ausbildung des Architekten in der Vergangenheit im Wesentlichen auf die Beschäftigung mit der eigenen Baukultur beschränkt, so ist im Zeitalter der weltweiten Vernetzung diese Haltung überholt. Die Erweiterung des geistigen Horizontes durch das Vergleichen und Gegenüberstellen verschiedener Architekturtraditionen wird nicht mehr lediglich als Möglichkeit, sondern als Notwendigkeit erkannt. Die Studie "Solar Town Ladakh", durchgeführt als Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Baukunst und des Instituts für Hochbau /Bauphysik an der TU Wien - mit Beteiligung des Instituts für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien - hat auf diese Forderungen reagiert und ging in seiner Zielsetzung noch darüber hinaus. An einer konkreten Situation wurden auf der Grundlage interdisziplinärer Feldforschungen Lösungsvorschläge erarbeitet, welche als Basis für die im Planungsgebiet zu erwartende Bautätigkeit genutzt werden sollen. Derartige Projekte, die von unseren Instituten in Zukunft auch für andere Regionen geplant sind, bieten die Möglichkeit eines kulturellen und technologischen Austauschs, der auf mehreren Ebenen wertvolle Erkenntnisse bringt. So erhielten die europäischen ArchitekturstudentInnen durch die intensive Auseinandersetzung mit der Baukunst Ladakhs und den Kontakt mit einem soziokulturellen und technologischen Umfeld, das sich vom vertrauten heimischen gänzlich unterscheidet, die Möglichkeit, in ihrer Planung auf spezifische Bedingungen jenseits ihres gewohnten Umfelds einzugehen - eine Situation also, mit der sie ihr zukünftiges Berufsleben in verschiedener Beziehung ebenfalls konfrontieren wird. BIn technologischer Hinsicht bildet die im Zuge des Projekts mit wissenschaftlichen Berechnungsmethoden durchgeführte Überprüfung der traditionellen Bauweisen in Ladakh eine Möglichkeit, Lösungen anzubieten, die hier in Zukunft zur Verbesserung der bestehenden Situation beitragen können. Im Gegenzug wurden jedoch in der Auseinandersetzung mit den auf jahrtausendelangen empirischen Erfahrungen beruhenden Bauweisen auch Erkenntnisse gewonnen, welche für das ökologische Bauen in Industriestaaten in Zukunft von großer Bedeutung sein können. Die extreme Situation in Ladakh bietet eine Herausforderung für die Weiterentwicklung neuer Technologien, die ein großes Potential für die Entstehung neuer Konzepte bergen. |
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